Matesy GmbH: Präzisionsmesstechnik als Erfolgsmodell des Technologietransfers
Ausgangslage: Wenn „genau genug“ nicht reicht
In vielen Hightech-Anwendungen entscheidet nicht das Bauchgefühl, sondern der Messwert: Magnetfelder müssen sichtbar, quantifizierbar und stabil reproduzierbar werden – ob in der Entwicklung, in der Qualitätssicherung oder bei der Systemintegration. Gleichzeitig sind die Anforderungen oft widersprüchlich: hohe Präzision, kurze Messzeiten, robuste Handhabung, normierbare Prozesse – und das bitte nicht als Einzellösung, sondern als skalierbares Produkt.
Genau an diesem Punkt entstehen Ausgründungen, die mehr sind als „Technologietransfer auf dem Papier“: wenn aus Forschungs-Know-how ein Produktportfolio wird, das Anwendern im Alltag messbaren Nutzen bringt.
Der Spin-off-Moment: Gründung aus INNOVENT heraus
Die matesy GmbH (magnetische Technologien und Systeme) wurde im April 2008 als Spin-off von INNOVENT e.V. in Jena gegründet. Die Mission war dabei von Beginn an klar: innovative Lösungen für den wissenschaftlichen Gerätebau – insbesondere mit Fokus auf magnetische, magnetooptische und optische Technologien und Systeme.
Damit steht matesy exemplarisch für das, was industrienahe Forschung leisten kann, wenn sie konsequent in Produkte, Services und belastbare Lieferfähigkeit übersetzt wird.
Umsetzung: Aus Forschungsdomänen wird ein Portfolio
Was matesy stark macht, ist die Fähigkeit, anspruchsvolle Messaufgaben in Systeme zu gießen – und zwar so, dass sie in der Praxis funktionieren. Das Portfolio wird in fünf Säulen beschrieben, die den Kern der Messtechnik-Kompetenz abbilden:
- Magnetische Systeme
Von der präzisen Erfassung von Qualitätsparametern bei Permanentmagneten (u. a. M-axis) über definierte Felderzeugung (z. B. Helmholtz-Spulen-Aufbauten) bis zur 3D-Lokalisierung magnetisch markierter Objekte (z. B. MagTrack). - Magnetooptische Systeme
Systeme zur Visualisierung und Analyse magnetischer Felder sowie zur Materialprüfung magnetischer Werkstoffe (u. a. CMOS-MagView). Darüber hinaus werden magnetooptische Verfahren auch für Spezialanwendungen beschrieben (z. B. forensische Fragestellungen). - Simulationssoftware
Software zur Berechnung quasi-statischer und dynamischer mikromagnetischer Prozesse in dünnen, mehrlagigen Schichten (u. a. MicroMagus). - Medizintechnische Applikationen
Ansätze zur 3D-Lokalisation sowie zur gezielten Wirkstofffreisetzung in definierten Abschnitten des Verdauungstrakts (u. a. MAGMA, MAARS). - Optische Messtechnik / Drallprüfung
Geräte zur Erkennung von Drallstrukturen auf Wellen (u. a. ShaftTwistTester) – relevant, weil Drallstrukturen die Dichtefunktion und damit Funktionsweise bzw. Lebensdauer beeinflussen können.
Schwerpunkt ist Messtechnik im Bereich Magnetismus und Drallprüfung, entstanden aus dem wissenschaftlichen Umfeld und getragen von enger Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Forschung und Industrie.
Wirkung: Von der Lösung für Spezialisten zur Plattform für Anwender
Die eigentliche „Success“-Komponente einer Ausgründung ist nicht nur die technische Exzellenz, sondern der Schritt zur kontinuierlichen Produkt- und Servicefähigkeit: Wartung/Kalibrierung, Auftragsmessungen, Leihgeräte, Consulting – und ein Vertriebsnetz, das den Support in mehreren Ländern ermöglicht.
matesy kommuniziert außerdem mehrere Reifeindikatoren, die für viele Kunden entscheidend sind:
- ISO 9001:2015-Zertifizierung
- internationale Nutzung durch Vertriebspartnerschaften und Einsatz in zahlreichen Ländern
- Auszeichnungen (z. B. Innovationspreise) als externe Bestätigung der Innovationsleistung
INNOVENT arbeitet an der Schnittstelle aus Forschung und industrieller Anwendung – und matesy zeigt, wie daraus ein Unternehmen werden kann, das wissenschaftlich tief bleibt und gleichzeitig marktfähig liefert.

