Forschungsbereich

Primer & Chemische Oberflächenbehandlung

Hydrophobierung

Als Hydrophobierung bezeichnet man die Modifizierung von Oberflächen, Grenzflächen und Materialien in der Weise, dass diese von Wasser weniger gut benetzt werden.

Die Anwendungen sind vielfältig:
So kann durch Hydrophobierung von Mauerwerk das durch Kapillarkräfte getriebene Eindringen von Wasser weitgehend verhindert und so Schäden verringert und die thermische Isolation erhalten werden.
Generell werden durch Hydrophobierung poröser Materialien deren Wasseraufnahme- und Wassertransportvermögen stark abgesenkt.

 

Durch Fernhalten von Wasser werden tendenziell (mikro-)biologische Aktivitäten und verschiedene Korrosionsprozesse gebremst.
In der Klebtechnik kann durch Hydrophobausstattung der Klebefuge – beispielsweise durch hydrophobe Gruppen enthaltende Haftvermittler – die Hydrolyse- und Klimabeständigkeit der Verbunde stark verbessert werden.
Füllstoffe oder Festigkeitsträger für Kompositmaterialien werden hydrophobiert, um eine bessere Benetzung und Anbindung an das – hydrophobe – Harz zu erreichen.

In der Sensortechnik kann durch Hydrophobierung von Oberflächen die – oft unerwünschte – Bildung von Adsorbatwasserfilmen vermindert werden.

Auf atomarer Ebene bedeutet Hydrophobierung die Auf- oder Einbringung unpolarer Gruppen, die nur wenig mit dem polaren Wasser wechselwirken. Gebräuchliche Hydrophobierungsmittel sind Öle, Wachse oder Reaktivkomponenten mit mehr oder weniger ausgedehnten Kohlenwasserstoffresten. Auch die zur Oleophobierung verwendeten Fluorcarbonverbindungen erzeugen einen sehr hydrophoben Charakter.
Durch bestimmte topographische Strukturen oder den Einsatz von Polymerbürsten lassen sich augenfällige Effekte, wie bei geringer Neigung des Untergrundes abrollende oder abgleitende Wassertropfen, erreichen.

 

Wir unterstützen Sie gern bei Auswahl, Formulierung und Anwendung von hydrophobierenden Agenzien für Ihre Anwendung und stehen für Fragen und Anmerkung zur Verfügung.

 

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Dr. Jörg Leuthäußer
Bereichsleiter
Primer und Chemische Oberflächenbehandlung
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