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Handwerk lernen zwischen Hof und Schule

Im WIR!-Bündnis Vogtlandpioniere entsteht ein besonderes Schulprojekt: Auf dem Denkmalhof Gernewitz lernen Schülerinnen und Schüler traditionelle Bauplanung und Holzbauweise kennen.

Ab April setzen sie ihr Wissen praktisch um. Ministerpräsident Mario Voigt begrüßt das Projekt als wichtigen Impuls für Baukultur und Handwerk.

Der historische Denkmalhof Gernewitz in der Nähe von Jena ist ein Kleinod regionaler Baukultur und Partner des WIR!-Bündnisses Vogtlandpioniere. Hier können Fachleute ebenso wie Schulklassen in Seminaren traditionelle Bautechniken mit Lehm und Holz praktisch erproben. Im März besuchte Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt den Hof, um sich ein Bild von den Gegebenheiten vor Ort und den Aktivitäten der Vogtlandpioniere zu machen.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand das Projekt „Schüler.Handwerk 3.0“. Darin planen und bauen neun Schülerinnen und Schüler ein regionaltypisches Fachwerkhaus, eine sogenannte Blockscheune, im Maßstab 1:2. Der Bau ist Teil ihrer Schulausbildung und verbindet Unterricht mit praktischer Handwerksarbeit.

„Schüler.Handwerk 3.0“ ist eines von zahlreichen Projekten im WIR!-Bündnis Vogtlandpioniere und wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Das Bündnis setzt auf Baukultur als Motor für Innovation und Vernetzung und hat sich zum Ziel gesetzt, die oft übersehenen Schätze der über Jahrhunderte gewachsenen Kulturregion Vogtland wiederzuentdecken und neu zu nutzen.  Dazu knüpfen die über 40 Projektpartner aus Forschung, Bildung, Industrie, Kultur und Zivilgesellschaft an das reiche bau- und industriekulturelle Erbe und die Textiltradition an und bauen Netzwerke auf, die die Wahrnehmung der Region über ihre Grenzen hinaus stärken.

 

Lernen auf dem Hof, Bauen auf dem Schulgelände

Zunächst lernen die Jugendlichen in „Schüler.Handwerk 3.0“ in Workshops Grundlagen der Bauplanung und traditionelle Holzbauweisen kennen. Der Denkmalhof Gernewitz vermittelt Wissen zu historischen Konstruktionen und Materialien wie Lehm und Holz, ein Partner aus dem WIR!-Bündnis Vogtlandpioniere unterstützt bei der technischen Planung. Anschließend übertragen die Schülerinnen und Schüler das Gelernte in die Praxis: Ab April 2026 entsteht die Blockscheune auf dem Gelände einer Berufsschule in Jena. Bis zum Herbst soll der sogenannte Demonstrator fertiggestellt sein. Die Jugendlichen erleben, wie ihre Entwürfe vom Zuschnitt der Hölzer über das Setzen der Konstruktion bis hin zum fertigen Dach auf der Baustelle Gestalt annehmen.

Ziel des Projekts ist es, junge Menschen für Handwerksberufe zu begeistern und sie früh an regionale Baukultur heranzuführen. Die Jugendlichen erleben unmittelbar, wie viel Können hinter einem Fachwerkbau steckt und welche Rolle handwerkliche Berufe für den Erhalt und die Weiterentwicklung des baulichen Erbes spielen.

 

Baukultur erleben und Fachkräfte gewinnen

Ministerpräsident Mario Voigt begrüßte die Arbeit des Projektes und erklärte, aus seiner Sicht zeige das Projekt beispielhaft, wie man junge Menschen praktisch an Handwerk, Baukultur und traditionelle Bauweisen heranführt. Zugleich leiste es einen Beitrag zur Fachkräftesicherung, weil es Interesse an handwerklichen Ausbildungswegen wecken könne.

Wenn der Demonstrator im Herbst fertig ist, soll die Blockscheune als Lern- und Anschauungsobjekt für weitere Schulprojekte, Workshops oder Informationsangebote rund um Bauen, Energie und regionale Geschichte weiter genutzt werden.