Inn-O-Kultur

Forum Inn-O-Kultur: Hightech-Forschung trifft Kulturgutschutz  

Das Forum Inn-O-Kultur vernetzt Akteure aus Restaurierung/Konservierung und Archiven, Kulturpolitik und -verwaltung mit Experten aus Forschung und Industrie.

In Workshops analysieren Laien und Experten interdisziplinär die aktuellen Herausforderungen zum Schutz von Kulturgütern und suchen im Dialog nach praxisnahen Lösungsansätzen. So soll bisher unbekanntes Knowhow branchenübergreifend geteilt werden und die neu gewonnene Perspektiven der innovativen Kulturerbeforschung dienen.

 

Moderne Technologien für den Kulturgutschutz: Atmosphärendruckplasma

Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Plasmatechnologie sind inzwischen in der Kulturerbeforschung angekommen. Erste nationale und internationale F&E-Projekte untersuchen die Möglichkeiten der schonenden Reinigung von korrodiertem Metall wie Eisen oder Silber, von Textilien, kontaminierten Holzoberflächen oder die Entfernung von Schmutzschichten auf Leinwänden oder Stein mit der Hilfe von kalten Plasmen.

 

Schutzfunktionen durch Nanotechnologie

Weitere Möglichkeiten, um sensible Oberflächen zu schützen, stellen Beschichtungen dar. Hier bietet die Nanotechnologie spannende Ansätze: transparente, hauchdünne Schichten können besondere Funktionalitäten erzeugen und dadurch vor Feuchtigkeit, Bakterien oder Pilzen schützen. Die Optionen für die Restaurierung/Konservierung sind bisher kaum erforscht.

Das Potential dieser Technologie liegt in seiner Skalierbarkeit, Mobilität und Kombinationsfähigkeit mit anderen Verfahren.

Die Industrieforschungseinrichtung INNOVENT e.V. als Initiator des Netzwerkes Forum Inn-O-Kultur legt in ersten Projekten den Fokus auf die Erforschung des Atmosphärendruckplasmas zum Schutz von Kulturgütern.  

 

Weitere Technologien bei INNOVENT e.V., die eingesetzt werden können:

  • Beflammungstechnik
  • SolGel-Technologie
  • Niederdruckplasma

 

Wissen, was drin ist – oder draußen dran

Der Fachbereich Analytik von INNOVENT e.V. führt präzise und ganzheitliche Analysen und Messungen für nahezu alle Materialien durch. Eine besondere Kompetenz in der Werkstoffprüfung und –analyse besteht für Beschichtungen, Klebstoffe und Lacke.

Zögern Sie bitte nicht, sich bei Fragen an Frau Dr. Katrin Pawlik zu wenden.

 


Zusätzliche Informationen

Der Fokus von Inn-O-Kultur

  • Präsentation aktueller Forschungsprojekte aus der Restaurierung/Konservierung und ergänzenden Industriezweigen

  • transparente Vorstellung von Technologien und neuen Materialien

  • interdisziplinärer Dialog zwischen Restauratoren, Denkmalpflegern, Chemikern, Physikern, Materialwissenschaftlern und allen weiteren Fachleuten zum Schutz von Kulturgütern

 

Ziel von Forum Inn-O-Kultur

  • stetige Vernetzung von Akteuren der Kulturerbeforschung mit öffentlichen Fördermittelgebern

  • relevante Industriezweige auf den Kulturgutschutz zu sensibilisieren  

  • branchenübergreifende Verbundprojekte initiieren

 

Veranstaltungen

Forum Inn-O-Kultur führt im Jahr ein-zwei Fachworkshops durch, die sich einem konkreten Schwerpunkt widmen, wie zum Beispiel dem Korrosionsschutz von Metallen. In den Vorträgen werden Lösungsansätze aus verschiedenen Branchen präsentiert, um neue Perspektiven auf die Herausforderungen zu ermöglichen. Die Workshops finden zumeist in Kooperation mit Museen oder Archiven statt und werden aufgrund des attraktiven Rahmenprogramms von den Teilnehmern sehr geschätzt.

 

Nächster Termin: 28. November 2018

Ort: Jena/Thüringen

Thema: Objekte aus Papier erhalten und schützen. Welche Themen beschäftigen Forschung und Praxis?

 

Projektvorstellung

Bundesministerium für Bildung und Forschung, Innovationsforum
„Innovative Oberflächentechniken zur Restaurierung und Konservierung von Kulturgütern – Inn-O-Kultur"
Zeitraum:        Februar-August 2014.
Partner:           Thüringer Landesamt für Denkmalpflege, Bau- und Kunstdenkmalpflege, Museumsverband Thüringen und andere

Das offene Bündnis Forum Inn-O-Kultur ist 2014 aus einer Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Bildung interdisziplinärer Netzwerke hervorgegangen. Mit Unterstützung des Thüringer Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie oder dem Museumsverband Thüringen hat die Industrieforschungseinrichtung INNOVENT e.V. in fünf Monaten eine Tagung und vier Workshops mit insgesamt über 150 Fachleuten aus Museen, Archiven, Hochschulen, Industrie- und Forschungseinrichtungen durchgeführt. In den interdisziplinären Diskussionen wurden gemeinsam Herausforderungen für die Restaurierung und Konservierung von Kulturgütern identifiziert. An den Gesprächen beteiligten sich ebenso Fördermittelgeber und Dachverbände, wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt oder der Verband der Restauratoren. Auch bestehende Netzwerke, wie die „Forschungsallianz Kulturerbe“ und „N.i.KE“ von der Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) gaben ihr Know-how in Vorträgen weiter.

Die Ergebnisse aus den Inn-O-Kultur-Workshops wurden im Juli 2014 auf dem zweitätigen Innovationsforum vor Vertretern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Politik, Unternehmen und Kulturschutz präsentiert. Als besonders relevant wurden beispielsweise der Schutz gegen Korrosion, die Dekontamination von giftigen Holzschutzmitteln oder die Entwicklung massentauglicher Verfahren zur Steinkonservierung genannt.

Das Innovationsforum war die Initialzündung für das branchenübergreifende Netzwerk, das sich im Herbst 2015 als „Forum Inn-O-Kultur“ konstituiert hat. Ein bis zwei Mal im Jahr finden Fachveranstaltungen statt, oftmals in Kooperation mit Museen, wie beispielsweise 2016 mit dem GRASSI-Museum für Angewandte Kunst in Leipzig. Die Veranstaltungen dienen dem Austausch, Vernetzen und Entwickeln neuer Forschungsallianzen.

Ansprechpartner: Constanze Roth, Kunsthistorikerin M.A.

 

Deutsche Bundesstiftung Umwelt
„Modellhafte Dekontaminierung von biozid-belasteten Kulturgütern auf organischer Basis durch den Einsatz neuer Plasma- und Laserreinigungstechnolgien – DekoPLa“
Laufzeit: Mai 2015 – März 2017
Kooperationspartner: Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung, Berlin

Ziel der Untersuchungen war die Prüfung neuartiger Pulslaser- und Atmosphärendruckplasma-Technologien (ADP) zur Reinigung ungefasster, mit dem Holzschutzmittel „Hylotox 59“ kontaminierter Holzoberflächen von Kunst- und Kulturgütern. Die chlororganischen Inhaltsstoffe DDT, Lindan und Pentachlorphenol sind gesundheitsschädlich und teilweise krebserregend. Die Rückstände des Holzschutzmittels sind durch glitzernde Kristallstrukturen sichtbar und gelangen über die Luft in die Atmosphäre. In hohen Konzentrationen stellen sie für Mitarbeiter in Museen sowie Restauratoren, Tischler und Zimmermänner eine gesundheitliche Belastung dar. Eine Dekontaminierung ist daher dringend erwünscht.

Im Rahmen des Kooperationsprojektes wurden verschiedene Plasma- und Laserquellen eingesetzt, sowohl auf Dummies sowie auf alt belastetem Originalmaterial.

Es ist sowohl mittels Atmosphärendruckplasma als auch Kurzpulslaser gelungen, die schädlichen, kristallinen Rückstände von den Holzoberflächen signifikant zu entfernen, ohne das Material zu zerstören.

Ansprechpartner: Constanze Roth, Kunsthistorikerin M.A.

Constanze Roth
Oberflächentechnik
Organisatorin Inn-O-Kultur
E-Mail
Telefon: +49 3641 282525