Forschungsbereich

Biomaterialien

Polymere auf Lactidbasis

Polylactide und deren Copolymere zählen gegenwärtig in der Medizin zu den am häufigsten eingesetzten thermoplastischen Kunststoffen. Sie können synthesechemisch aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. Ihre ausgezeichnete Biokompatibilität, ihre Biodegradierbarkeit sowie ihre optischen und physikalischen Eigenschaften ermöglichen den Einsatz dieser Biopolymere in unterschiedlichsten Bereichen der Medizintechnik, aber auch als technischer und ökologisch unbedenklicher Massenkunststoff, z. B. für den Einsatz in Lebensmittelverpackungen.
 

Wir beschäftigen uns mit der Synthese von multifunktionellen Polylactiden für den Einsatz als Osteosynthese-Hilfsmittel (Pins, Schrauben, Platten etc.), chirurgische Nahtmaterialien, Klebstoffe, Beschichtungen und Wundauflagen, Wirkstoffdepots für Pharmaka sowie als Trägermaterialien für die Zellkultivierung und das Tissue Engineering.
Durch Copolymerisation mit anderen biokompatiblen Monomeren, wie z. B. ε-Caprolacton oder Glycolid, ist es möglich, die Eigenschaften der Polylactide bezüglich Festigkeit, Schmelzpunkt und Degradationsverhalten gezielt zu variieren und dadurch ihren Anwendungsbereich beträchtlich zu erweitern. Durch Zugabe anorganischer Füllstoffe können weiterhin biodegradierbare Knochenimplantatmaterialien hergestellt werden, welche im nicht lasttragenden Stütz- und Bewegungsapparat eingesetzt werden können.

In einem aktuellem Forschungsvorhaben (IGF-Vorhaben-Nr.: 19019 N) wird Polylactid mit Zinkoxid als antibakteriellem Wirkstoff und Tricalciumphosphat als Füllstoff extrudiert und entlang der Prozesskette bis zum In-Vitro-Verhalten physikalisch, chemisch und biochemisch charakterisiert.

Unser Bereich besitzt das entsprechende Know-how für die Synthese, Charakterisierung und Verarbeitung von Polylactiden und speziellen Copolymeren und tritt daher als kompetenter Partner für individuelle Anfragen aus Forschung und Industrie auf.


Dr. Claudia Rode
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Telefon: +49 3641 282556

Dr. Annika Wartenberg
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